KMB-Abdichtung für Kellerwände: Vorteile und Vorgaben der DIN-Normen
Wasser im Keller wollen wir tunlichst vermeiden: Es beschädigt die Bausubstanz eines Gebäudes, führt zu Schimmelbildung und beeinträchtigt die Stabilität der Wände. Die Auswahl des passenden Abdichtungsmaterials ist deshalb für jeden Neubau und für jede Sanierung wichtig. Für Bauteile mit Kontakt zum Erdreich nutzen wir oft die kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung, die als KMB abgekürzt wird. Manchmal wird sie auch einfach als Dickbeschichtung bezeichnet.
Das Material ist langlebig und lässt sich wirtschaftlich verarbeiten. Die genauen Eigenschaften und die rechtlichen Vorgaben erklären die folgenden Abschnitte.
Eigenschaften und Zusammensetzung von KMB
Die chemische Veränderung von klassischem Bitumen
Normales Bitumen wird für den Straßenbau oder für Dachbahnen verwendet. Im rohen Zustand reagiert das Material empfindlich auf Temperaturen. Es wird bei Kälte spröde und verformt sich bei starker Hitze. Für den Einsatz im Erdreich mischen Hersteller deshalb dem Bitumen Kunststoffe und Elastomere bei. Durch diese Zusätze bleibt die Masse auch bei niedrigen Temperaturen elastisch. Das ist wichtig, weil sich das Erdreich bewegt und feine Risse im Mauerwerk entstehen können. Das Material gleicht diese Bewegungen aus. Es bricht dann nicht auf, wenn sich kleine Spalten im Untergrund auftun.
Der Unterschied zwischen einkomponentigen und zweikomponentigen Systemen
KMB ist als einkomponentige oder zweikomponentige Masse erhältlich. Hierzu wichtig: Die Bezeichnung PMBC (Polymer Modified Bituminous Coating) ist neuer und meint dasselbe Material.
Die einkomponentige Variante trocknet durch das Verdunsten des enthaltenen Wassers. Dieser Vorgang dauert länger und hängt stark von der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur ab. Die Variante mit zwei Komponenten enthält eine flüssige Bitumenemulsion und ein Pulver als zweite Komponente. Dieses Pulver bewirkt eine chemische Reaktion, die das Trocknen der Beschichtung beschleunigt. Diese zweite Variante wird häufig auf Baustellen genutzt. Sie macht die Arbeiten unabhängig vom Wetter, weil die Schicht auch bei hoher Luftfeuchtigkeit schnell regenfest wird.
Die sachgemäße Bitumenbeschichtung im Keller
Warum einfache Anstriche für erdberührte Wände nicht ausreichen
Die Außenwände von Kellern sind ständig mit feuchter Erde in Kontakt. Eine einfache Bitumenbeschichtung im Keller, die nur aus einem dünnen Voranstrich besteht, bietet keinen dauerhaften Schutz vor Feuchtigkeit. Wenn sich das Gebäude nach der Fertigstellung leicht setzt, entstehen kleine Haarrisse in den Wänden. Ein dünner Anstrich besitzt nicht die nötige Dehnfähigkeit und bricht an diesen Stellen dann sofort auf. Das Wasser aus dem umliegenden Boden dringt durch die Risse in das Mauerwerk ein und steigt in den Wänden nach oben.
Fugenloser Schutz durch die Dickbeschichtung
Eine Abdichtung mit KMB/PMBC wird deshalb in einer Dicke von mehreren Millimetern aufgetragen. Das unterscheidet sie von einfachen Anstrichen. Die Masse wird flüssig oder pastös verarbeitet. Handwerker tragen sie mit der Kelle auf oder nutzen ein Spritzverfahren für große Flächen.
Der Vorteil dieses Auftrags gegenüber Dichtungsbahnen aus Bitumen oder Kunststoff ist, dass es so keinerlei Fugen gibt. Bahnen müssen miteinander verschweißt oder verklebt werden. Dabei entstehen regelmäßig Schwachstellen an den Überlappungen. Die flüssige Bitumenmasse umschließt dagegen Ecken und Kanten ohne jede Unterbrechung. An der Verbindung zwischen der Bodenplatte und der Wand wird eine Hohlkehle aus Mörtel geformt. Die KMB-Schicht wird über diese Rundung hinweg aufgetragen. Auch Rohrdurchführungen für Wasser oder Strom lassen sich mit der Masse lückenlos abdichten. Wenn das Material getrocknet ist, bildet es eine durchgehende Barriere gegen Bodenfeuchte.
KMB Abdichtung gegen drückendes Wasser im Erdreich
Die Belastung durch aufstauendes Sickerwasser
Die Bedingungen im Boden hängen von der jeweiligen Grundstückslage und der Bodenart ab. Probleme entstehen vor allem bei lehmigen Böden. Lehm leitet Regenwasser nicht schnell genug in tiefere Schichten ab. Das Wasser staut sich an den Kellerwänden an und erzeugt einen permanenten Druck auf die Konstruktion. Diese Situation nennen Fachleute drückendes Wasser. Auch ein hoher Grundwasserstand sorgt für diese Belastung. Eine normale Abdichtung reicht bei diesem Druck nicht aus, weil das Wasser durch kleinste Fehlerstellen im Material gepresst wird.
Vorgaben für Schichtdicken und die Nutzung von Verstärkungsgewebe
Wenn eine KMB/PMBC Abdichtung drückendes Wasser abhalten soll, müssen Handwerker strenge Vorgaben einhalten. Die fertige Trockenschicht muss eine Dicke von mindestens 4 Millimetern aufweisen. Damit diese Dicke nach dem Trocknen erreicht wird, muss die nasse Masse etwa 5 bis 6 Millimeter dick aufgetragen werden. Wir prüfen das während der Arbeit mit einer Schichtdickenkarte. Zusätzlich ist bei drückendem Wasser die Einarbeitung von einem Verstärkungsgewebe vorgeschrieben. Das Gittergewebe wird in die erste noch nasse Schicht eingelegt. Danach folgt die zweite Schicht. Das Gewebe sorgt dafür, dass die Schichtdicke überall gleichbleibt und macht alles fester.
Die Vorgaben der DIN-Normen für Bitumendickbeschichtungen
Die historische Bedeutung der DIN 18195
Für Bauarbeiten gelten feste Regeln und gesetzliche Normen. Über viele Jahre hinweg war die DIN 18195 die wichtigste Vorgabe für Bauwerksabdichtungen. Viele nennen die Norm noch heute in Gesprächen oder Ausschreibungen, um die traditionellen Qualitätsstandards zu beschreiben. Diese alte Norm regelte genau, wie dick die Bitumenschicht bei verschiedenen Feuchtigkeitsstufen sein musste und welche Vorarbeiten notwendig waren. Sie bildet das Fundament für das heutige Fachwissen im Bautenschutz.
Aktuelle Regulierung durch die DIN 18533
Im Jahr 2017 wurde die alte Norm durch neue Regelwerke ersetzt. Für erdberührte Bauteile gilt seitdem die DIN 18533. Die Grundprinzipien der Materialprüfung sind ähnlich geblieben, aber die neue Norm teilt die Belastungen genauer ein. Es gibt verschiedene Wassereinwirkungsklassen. Die Klasse W1-E beschreibt normale Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser. Die Klasse W2-E gilt für drückendes Wasser. Bau Beso hält die aktuellen Normen zuverlässig ein.
Die praktischen Vorteile des Materials
Flexibilität und Haftung auf mineralischen Untergründen
Die polymermodifizierte Bitumenbeschichtung hat praktische Vorteile für den gesamten Ablauf auf der Baustelle. Wegen der Kunststoffanteile besitzt KMB eine hohe Fähigkeit zur Rissüberbrückung. Wenn das Mauerwerk arbeitet, dehnt sich die Beschichtung mit. Zudem haftet die Masse auf fast allen mineralischen Untergründen, die am Bau üblich sind. Dazu gehören Beton und verschiedene Arten von Mauerwerk. Damit das perfekt funktioniert, wird vor dem Auftrag die Wand gründlich vorbereitet: Lose Teile und Staub müssen entfernt werden und eine Kratzspachtelung schließt offene Poren und kleine Löcher in der Wand. Dieser Arbeitsschritt verhindert, dass sich beim späteren Auftrag der dicken Schicht Blasen bilden.
Wirtschaftlichkeit durch zügige Verarbeitung
Ein weiterer Vorteil ist die schnelle Verarbeitung auf großen Flächen. Der Auftrag braucht deutlich weniger Arbeitszeit im Vergleich zum manuellen Verkleben von Bahnen. Die flüssige Masse passt sich auch komplizierten Bauteilen an. Nach dem vollständigen Durchtrocknen muss die Abdichtung vor mechanischen Beschädigungen geschützt werden. Das geschieht durch das Anbringen von Schutzplatten oder Noppenbahnen, bevor die Baugrube mit Erde verfüllt wird. Die Platten verhindern, dass Steine beim Verfüllen oder beim Verdichten des Bodens die Bitumenschicht beschädigen.
Fachgerechte Umsetzung durch die Bau Beso GmbH
Risiken bei Verarbeitungsfehlern im Kellerbereich
Fehler bei der Kellerabdichtung haben langfristig teure Folgen. Wenn die Schichtdicke nicht ausreicht oder das Material vor dem Verfüllen der Baugrube nicht komplett trocknet, wird die Wand feucht. Eine nachträgliche Reparatur ist dann in fast jedem Fall sehr aufwendig. Das Erdreich um das Haus herum muss erneut ausgehoben werden, um an die defekten Stellen zu gelangen. Eine exakte Planung und die genaue Einhaltung der Trockenzeiten sichert Sie hier ab – wir wissen, was wir tun.
Kontakt und Beratung für Ihr Bauprojekt
Die Bau Beso GmbH übernimmt die Ausführung von Bauwerksabdichtungen, normgetreu und zuverlässig. Wenn Sie einen Neubau planen oder einen bestehenden Keller sanieren möchten, kontaktieren Sie uns gerne für eine Beratung.
