Vinylboden pflegen: Hausmittel, Versiegeln und die richtige Reinigung
Vinylböden gelten als unempfindlich, und das stimmt im Vergleich zu Parkett oder Teppich auch. Trotzdem entscheidet die Art der Reinigung darüber, wie lange das Dekor klar bleibt und wie schnell sich eine matte Grauschicht bildet. Der Grund liegt in der obersten Schicht: Sie ist dünn und reagiert empfindlich auf bestimmte Chemie, abschleifen wie eine Holzoberfläche lässt sie sich nicht. Hier finden Sie Tipps für die tägliche Reinigung, sinnvolle und unsinnige Hausmittel, die Grundreinigung bei starkem Schmutz und Antworten auf die Frage nach der Versiegelung.
Die Pflege wird an den Aufbau des Belags angepasst
Ein Vinylboden besteht aus mehreren verschweißten oder verpressten Lagen. Ganz oben sitzt eine durchsichtige Nutzschicht, darunter liegt das bedruckte Dekor auf dem Trägerkern. Alles, was Sie beim Reinigen anfassen, ist die Nutzschicht.
Nutzschicht und Oberflächenvergütung
Die Nutzschicht ist zwischen 0,2 und 0,7 Millimeter dick. Auf ihr liegt häufig noch eine sehr dünne Vergütung aus Polyurethan, teilweise mit Keramikpartikeln verstärkt. Diese Vergütung sorgt dafür, dass Schmutz sich schlecht festsetzt und die Fläche mit klarem Wasser wieder sauber wird. Aggressive Reiniger und scheuernde Mittel greifen genau diese Schicht an. Ist sie stellenweise weg, zieht der Schmutz in feine Riefen ein, und der Boden wirkt dort dauerhaft grau. Nachträglich reparieren lässt sich das nicht, weshalb die Pflege eher zurückhaltend als kraftvoll ausfallen sollte.
Klebevinyl, Klickvinyl und die Fugen
Vollflächig verklebte Beläge sind an der Oberseite geschlossen und verkraften feuchtes Wischen gut. Klickvinyl mit HDF-Träger reagiert dagegen empfindlich auf Wasser, das in die Fugen läuft und den Kern aufquellen lässt. Bei Rigid- oder SPC-Vinyl (“stone-plastic-composite”) mit mineralischem Kern ist diese Gefahr geringer, aber auch dort sammelt sich Schmutz in den Klickfugen. Für alle Varianten gilt derselbe Grundsatz: nebelfeucht statt nass, und kein stehendes Wasser auf der Fläche.
Vinylboden reinigen und pflegen im Alltag
Der größte Teil der Arbeit passiert trocken. Sand und Staub verursachen die eigentlichen Mikrokratzer, weil sie unter Schuhsohlen über die Fläche geschoben werden.
Trocken vor feucht
Saugen oder fegen Sie regelmäßig, in Eingangsbereichen gern täglich. Beim Staubsauger gehört die Hartbodendüse mit weichen Borsten aufgesetzt, keine Turbobürste mit rotierender Walze. Eine Schmutzfangmatte am Eingang nimmt einen großen Teil von Streusalz und Sand ab, bevor er in die Wohnung wandert.
Nebelfeucht wischen
Zum Wischen genügt lauwarmes Wasser mit einem pH-neutralen Wischpflegemittel, dosiert nach Herstellerangabe. Wringen Sie den Mop gut aus, sodass die Fläche nach wenigen Minuten trocken ist. Mikrofasertücher sind bei Vinyl in Ordnung, anders als bei geöltem Holz. Wischen Sie in Faserrichtung des Dekors, dann bleiben Schlieren weniger sichtbar.
Was dem Belag zusetzt
Scheuermilch und Melaminschwämme schleifen die Vergütung ab, Stahlwolle ohnehin. Reiniger mit Lösungsmitteln wie Aceton oder Nitroverdünnung lösen die Weichmacher im PVC an und hinterlassen weiche, glänzende Stellen. Wachs- und Politurmittel bilden Schichten, die nachgilben und irgendwann nur mit Grundreiniger wieder herunterkommen. Ein Dampfreiniger ist ebenfalls ungeeignet, weil Hitze die Verklebung und die Klickverbindungen angreift.
Vinylboden pflegen mit Hausmitteln: Brauchbar oder riskant?
Im Netz kursieren viele Rezepte. Ein Teil davon funktioniert, ein anderer Teil kostet den Boden Substanz.
Sinnvolle Hausmittel
Ein Spritzer mildes Handgeschirrspülmittel im Wischwasser löst Fettfilme, etwa in der Küche. Dosieren Sie sparsam, ein Teelöffel auf fünf Liter reicht, und wischen Sie mit klarem Wasser nach, damit keine Tensidreste zurückbleiben. Schmierseife eignet sich ebenfalls, allerdings in deutlich niedrigerer Dosierung, als viele Anleitungen angeben. Ein farbloser Radiergummi entfernt Schuhabrieb und schwarze Striche von Stuhlbeinen zuverlässig. Für kleine klebrige Reste taugt ein Tropfen Speiseöl auf einem Küchentuch, danach feucht nachwischen.
Hausmittel mit Vorbehalt
Essig und Essigessenz gelten als Klassiker, greifen aber die PU-Vergütung und bei verklebten Belägen die Fugenmasse an. Für den regelmäßigen Einsatz taugen sie deshalb nicht. Natron und Soda wirken im gelösten Zustand mild alkalisch, als Paste dagegen abrasiv. Trocken oder halb gelöst aufgetragen kratzen die Partikel die Oberfläche an, und für Backpulver gilt dasselbe. Weichspüler und Zitronensäure haben auf Vinyl nichts zu suchen, ebenso wenig Glasreiniger mit Alkoholanteil, der bei häufiger Anwendung matte Flecken erzeugt.
Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer verdeckten Stelle, etwa unter einem Schrank oder hinter einer Tür, und warten Sie einen Tag ab.
Stark verschmutzten Vinylboden reinigen
Nach einer Renovierung oder nach Jahren mit falscher Pflege liegt häufig eine gebundene Schmutzschicht auf dem Belag, ebenso in übernommenen Objekten. Normales Wischen ändert daran nichts mehr, weil der Film selbst wasserabweisend ist.
Grundreinigung mit alkalischem Grundreiniger
Für diesen Fall gibt es Grundreiniger für elastische Bodenbeläge, die alte Pflegefilme und gebundenen Schmutz anlösen. Verdünnen Sie die Lösung nach Herstellerangabe, tragen Sie sie satt auf und lassen Sie sie je nach Produkt fünf bis zehn Minuten stehen, ohne dass sie antrocknet. Arbeiten Sie in Abschnitten von wenigen Quadratmetern, sonst trocknet die erste Fläche an, während Sie an der letzten stehen.
Mechanisch nacharbeiten und aufnehmen
Nach der Einwirkzeit wird der angelöste Schmutz abgerieben. Für kleinere Flächen genügt ein Schrubber oder ein Handpad mit Stiel aus dem Baumarkt. Reinigungspads sind nach Farbe abgestuft: Weiß und Rot sind die weichen Varianten für empfindliche Oberflächen, Braun und Schwarz sind zum Abschleifen gedacht und würden die Vinyloberfläche zerkratzen. Achten Sie beim Kauf also auf die helle Farbe.
Nehmen Sie das schmutzige Wasser dann mit einem Nasssauger auf oder mit sauberen Tüchern, die Sie häufig auswaschen. Danach gehen Sie zweimal mit klarem Wasser und einem frischen Mop über die Fläche. Bleiben Reste vom Reiniger zurück, wirkt der Boden nach dem Trocknen stumpf und nimmt neuen Schmutz schneller an als vorher.
Einzelne hartnäckige Flecken
Rotwein und Kaffee lassen sich mit Neutralreiniger und etwas Einwirkzeit lösen, Fettspritzer ebenso. Bei Filzstift, Teerspuren oder Klebstoffresten arbeiten Sie punktuell mit isopropanolhaltigen Mitteln, streng auf die Stelle begrenzt und mit sofortigem Nachwischen. Gummiabdrücke von Reifen oder Möbelfüßen reagieren gut auf einen Radiergummi.
Vinylboden versiegeln: Wann das sinnvoll ist
Der Begriff wird unterschiedlich verwendet. Gemeint ist entweder ein Pflegefilm auf der Fläche oder das Abdichten von Fugen und Anschlüssen.
Pflegefilm aus Polymerdispersion
Werkseitig ist ein Vinylboden bereits vergütet, im Wohnbereich braucht es also nicht zwingend eine zusätzliche Versiegelung. Sinnvoll wird sie bei älteren Belägen, deren Vergütung abgenutzt ist, und bei stark belasteten Flächen wie Ladenlokalen oder Praxen. Aufgetragen wird eine Polymerdispersion, häufig als Bodenpflege oder Einpflege bezeichnet, in zwei bis drei dünnen Schichten mit einem Auftragsgerät oder einem sauberen Flachmop.
Voraussetzung ist ein grundgereinigter, vollständig trockener Boden. Landet der Film auf altem Schmutz, wird dieser mit eingeschlossen. Rechnen Sie mit mindestens einem Tag ohne Verkehr auf der Fläche und mit etwa einer Woche, bis der Film ausgehärtet ist. Danach reinigen Sie nur noch mit Wischpflege für versiegelte Beläge, weil alkalische Grundreiniger die Schicht wieder abnehmen.
Fugen und Anschlüsse abdichten
Bei Klickvinyl in Feuchträumen lohnt eine Fugenversiegelung mit dem vom Hersteller freigegebenen Mittel, das beim Verlegen in die Nut eingebracht wird. Nachträglich funktioniert das nicht mehr. Im Randbereich sorgen Silikonfugen zwischen Belag und Wand dafür, dass Wischwasser nicht unter die Fläche zieht. Bei vollflächig verklebten Bahnen aus Rollenware lassen sich die Nähte thermisch verschweißen, damit die Fläche wasserdicht bleibt.
Kratzer von vornherein reduzieren
Filzgleiter unter Stuhl- und Tischbeinen kosten wenig und ersparen den größten Teil der Schäden. Bürostühle brauchen weiche Rollen vom Typ W nach DIN EN 12529, harte Rollen vom Typ H sind für Teppich gedacht. Unter schweren Möbeln verteilen breite Untersetzer die Last, weil PVC unter dauerhaftem Punktdruck nachgibt und Dellen behält.
Bodenbeläge fachgerecht reinigen und sanieren lassen
Die Bau Beso GmbH arbeitet seit 1990 im Umkreis von 70 Kilometern um Hannover und übernimmt Bodenbeläge samt Untergrundvorbereitung aus einer Hand. Sitzt der Schmutz so tief, dass eine Grundreinigung nichts mehr bringt, oder hat sich der Belag durch Feuchtigkeit gewölbt, sehen wir uns Aufbau und Untergrund an und sagen Ihnen, ob eine Aufarbeitung oder ein Neuaufbau die vernünftigere Rechnung ist. Bei Wasserschäden unter dem Belag übernehmen wir Trocknung und Sanierung gleich mit.
Sie möchten Ihren Vinylboden aufarbeiten lassen oder gleich ersetzen? Sprechen Sie uns an unter 0511 38821326 oder mobil unter 0172 5105144, per E-Mail an info@bau-beso-gmbh.de oder über unsere Kontaktseite. Wir sehen uns die Flächen vor Ort an und erstellen Ihnen einen individuellen Kostenvorschlag.
