Beschlagene Scheibe

Richtig lüften im Badezimmer: So geht’s mit und ohne Fenster

Nach zehn Minuten Duschen haben Sie eine ganze Menge Wasser in der Raumluft. Die muss irgendwo hin. Findet sie keinen Weg nach draußen, schlägt sie sich an den kühlsten Stellen des Raums nieder, hinter dem Spiegel oder in der Ecke hinter dem Wäschekorb. Dort beginnt Schimmel innerhalb weniger Wochen zu wachsen. Durch richtiges Lüftverhalten können Sie das verhindern. Dazu geben wir hier Tipps, welche Werte im Bad normal sind, wie sich richtig lüften im Badezimmer praktisch umsetzen lässt und was in einem innenliegenden Bad ohne Fenster tatsächlich funktioniert.

Luftfeuchtigkeit im Badezimmer: die Zielwerte

Feuchtigkeit im Bad ist normal. Entscheidend ist, wie lange sie bleibt, und dafür gibt es konkrete Zahlen.

Was das Hygrometer zeigen sollte

Im Alltag liegt die optimale relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen bei 40 bis 60 Prozent. Im Bad dürfen es dauerhaft bis zu 60 Prozent sein, kurz nach dem Duschen sind 80 Prozent und mehr aber unvermeidlich. Wichtig ist, dass der Wert innerhalb von etwa einer halben bis einer Stunde wieder unter 60 Prozent fällt. Bleibt er über Stunden bei 70 Prozent, saugen Putz und Fugen die Feuchtigkeit auf, und ab einer Oberflächenfeuchte von rund 80 Prozent wachsen die ersten Schimmelpilze.

Ein digitales Hygrometer kostet wenige Euro und nimmt die Frage aus dem Bauchgefühl heraus. Stellen Sie es nicht direkt neben die Dusche, sondern an eine Innenwand in etwa 1,50 Meter Höhe. Praktisch sind Geräte, die den Tageshöchstwert speichern, weil Sie so sehen, wie schnell der Raum sich erholt.

Wo die Feuchtigkeit herkommt

Ein einzelner Duschgang setzt je nach Dauer rund einen halben bis einen Liter Wasser als Dampf frei. Dazu kommen nasse Handtücher, die über Stunden weiter abgeben. Ein voller Wäscheständer entlässt zwei bis drei Liter Wasser in die Luft. Ein Vierpersonenhaushalt produziert damit im Bad allein durch Duschen und Trocknen eine Menge Wasser, die kein Raum ohne Luftaustausch verkraftet.

Warme Luft, kalte Wand, Taupunkt

Warme Luft nimmt mehr Wasserdampf auf als kalte. Kühlt sie ab, gibt sie den Überschuss als Wasser wieder ab, und zwar dort, wo sie auf die kälteste Oberfläche trifft. Bei 22 Grad Raumtemperatur und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit liegt dieser Taupunkt bei etwa 14 Grad. Jede Wandfläche, die kühler ist, wird nass. Genau das passiert an Außenwandecken, hinter Möbeln und an ungedämmten Rollladenkästen, also an Wärmebrücken. Beim Lüften geht es deshalb nicht nur um den Luftaustausch, sondern auch darum, das Bad warm zu halten. Ein ausgekühltes Bad wird schneller feucht als ein beheiztes.

Richtig lüften im Badezimmer mit Fenster

Ein Fenster ist die einfachste Lösung, wird aber häufig falsch genutzt. Entscheidend sind Dauer und Zeitpunkt.

Stoßlüften statt Kippstellung

Ein gekipptes Fenster tauscht kaum Luft aus, kühlt dafür aber die Laibung ringsum ab. Diese kalte Fläche zieht Feuchtigkeit an, und Schimmel setzt sich dann genau am Fensterrahmen fest. Besser ist Stoßlüften: Fenster für fünf bis zehn Minuten vollständig öffnen, bei Querlüftung mit einem gegenüberliegenden Fenster reichen drei bis fünf Minuten. In dieser Zeit wird die feuchte Luft vollständig ausgetauscht, während Wände und Möbel ihre Wärme behalten. Im Sommer dauert es länger, weil die Außenluft selbst viel Feuchtigkeit enthält, im Winter geht es am schnellsten.

Der richtige Moment nach dem Duschen

Lüften Sie direkt nach dem Duschen, solange die Luft noch warm ist und den Dampf trägt. Wartet man eine Stunde, hat sich ein Teil der Feuchtigkeit längst in Fugen und Putz gezogen. Ziehen Sie außerdem die Duschwand mit einem Abzieher ab. Das nimmt auch noch Wasser aus dem Raum, ohne dass Luft es abtransportieren muss. Vielleicht können auch die nassen Handtücher an anderer Stelle als im Bad getrocknet werden. 

Tür zu, Heizung an

Bleibt die Badtür während des Duschens offen, zieht der Dampf direkt in die anderen Zimmer und schlägt sich an der kälteren Außenwand nieder. Halten Sie die Tür also geschlossen und lüften Sie nach draußen, nicht nach innen. Nach dem Lüften darf die Heizung wieder anlaufen, damit die Wandoberflächen über den Taupunkt kommen. Eine Badtemperatur von 22 bis 24 Grad ist dafür sinnvoll. Ein dauerhaft abgedrehter Heizkörper spart hier keine Kosten, sondern schafft ein Schimmelrisiko.

Bad ohne Fenster lüften: die Grundlagen

Innenliegende Bäder sind in Mehrfamilienhäusern und in Neubauten die Regel. Nach DIN 18017-3 gehört dort eine mechanische Entlüftung hin, häufig mit einer Auslegung um 60 Kubikmeter Luft pro Stunde für ein Bad mit WC.

Der Ventilator und seine Nachlaufzeit

Viele Lüfter hängen am Lichtschalter und laufen damit genau so lange, wie jemand im Raum steht. Das reicht nicht, denn die Feuchtigkeit bleibt nach dem Duschen im Raum. Sinnvoll ist ein Nachlaufrelais, das den Lüfter nach dem Ausschalten noch zehn bis zwanzig Minuten weiterlaufen lässt. Noch besser arbeiten Geräte mit Feuchtesensor: Sie schalten selbstständig ein, sobald die Luftfeuchtigkeit steigt, und wieder ab, wenn der Wert fällt. Prüfen Sie zusätzlich, ob das Gitter des vorhandenen Lüfters zugesetzt ist. Eine Staubschicht im Lamellengitter halbiert die Leistung, und viele Geräte werden über Jahre nie gereinigt.

Ohne Zuluft geht es nicht

Ein Lüfter kann nur so viel Luft abtransportieren, wie gleichzeitig nachströmt. Sitzt die Badtür dicht in der Zarge und liegt eine Dichtung am Boden an, arbeitet das Gerät gegen einen Unterdruck und schaufelt kaum Luft. Nötig ist eine Nachströmöffnung, in der Praxis ein Türspalt von etwa zehn Millimetern oder ein Lüftungsgitter im Türblatt. Ein Spalt über die ganze Türbreite von 90 Zentimetern liefert bereits einen ausreichenden freien Querschnitt. Bei Türen mit umlaufender Dichtung kann man das Blatt nachträglich unten kürzen oder mit einem Gitter versehen.

Was ohne Lüfter machbar ist

Fehlt eine mechanische Lüftung ganz, bleibt der Umweg über einen Nachbarraum. Öffnen Sie die Badtür nach dem Duschen weit und lüften Sie im angrenzenden Zimmer sofort für fünf bis zehn Minuten mit voll geöffnetem Fenster, damit die feuchte Luft nicht dort hängen bleibt. Das ist eine Notlösung und funktioniert nur, wenn es zügig passiert. Ein elektrischer Luftentfeuchter zieht ergänzend Wasser aus der Luft, verbraucht dabei aber Strom und tauscht keine Luft aus, sodass verbrauchte Luft und Gerüche im Raum bleiben. Entfeuchtergranulat in kleinen Behältern schafft bei den Mengen, um die es im Bad geht, keine wirksame Entlastung.

Lüftung im Bad ohne Fenster nachrüsten

Bei wiederkehrenden Feuchteschäden ist die Nachrüstung die dauerhafte Antwort. Technisch stehen dafür mehrere Wege offen.

Einzelraumlüfter und zentrale Anlagen

Ein Einzelraumlüfter wird in die Außenwand oder an einen bestehenden Lüftungsschacht angeschlossen und läuft feuchtegesteuert. In Bestandsgebäuden mit vorhandenem Schacht ist das der kleinste Eingriff. Alternativ arbeitet eine zentrale Lüftungsanlage mit Abluftpunkten in Bad und Küche über ein gemeinsames Kanalnetz. Das ist im Neubau oder bei einer Kernsanierung sinnvoll, weil die Kanäle dann von Anfang an im Aufbau liegen.

Wärmerückgewinnung und Betriebskosten

Dezentrale Lüfter mit Wärmerückgewinnung führen die Wärme der Abluft an die einströmende Frischluft zurück und erreichen dabei Rückgewinnungsgrade von deutlich über 70 Prozent. Die Anschaffung liegt höher als bei einem einfachen Abluftventilator, dafür sinken die Heizkosten, weil die Wärme im Haus bleibt. Achten Sie beim Kauf auf die Schallangabe in Dezibel, denn ein lautes Gerät wird abgeschaltet und nutzt dann nichts.

Wann Lüften das Problem nicht löst

Zeigt sich Schimmel immer an derselben Stelle, obwohl gelüftet wird, steckt häufig eine bauliche Ursache dahinter. Eine ungedämmte Betondecke, eine undichte Abdichtung hinter den Fliesen oder ein Rohrleck bringen Feuchtigkeit von außen ins Bauteil. Anzeichen dafür sind dunkle Ränder in den Silikonfugen und ein muffiger Geruch, der nach dem Lüften bleibt. In solchen Fällen bringt kein Lüftungsverhalten eine Verbesserung, dann muss die Ursache aufgedeckt werden.

Feuchteschäden im Bad prüfen und sanieren lassen

Die Bau Beso GmbH arbeitet seit 1990 im Umkreis von 70 Kilometern um Hannover und deckt Bausanierung, Schimmelsanierung und Trockenbau aus einer Hand ab. Bei feuchten Ecken im Bad messen wir zuerst nach, ob die Nutzung oder das Bauwerk die Ursache stellt, und richten die Sanierung danach aus. Wo Schimmel bereits sitzt, arbeiten wir nach fachlichen Vorgaben und setzen die Flächen mit einem mineralischen Aufbau wieder her, der Feuchtigkeit besser verkraftet.

Sie haben feuchte Stellen im Bad oder möchten eine Lüftung im innenliegenden Bad nachrüsten lassen? Sprechen Sie uns an unter 0511 38821326 oder mobil unter 0172 5105144, per E-Mail an info@bau-beso-gmbh.de oder über unsere Kontaktseite. Wir sehen uns die Situation vor Ort an und erstellen Ihnen einen individuellen Kostenvorschlag.