So geht Rissverpressung im Mauerwerk [+ Material-Tipps]
Ein Riss in der Wand ist für viele Hausbesitzer ein Schreckmoment. Handelt es sich nur um einen harmlosen Setzriss oder ist die Statik in Gefahr? Besonders wenn Feuchtigkeit durch die Risse ins Innere dringt, ist schnelles Handeln gefragt. Die Rissverpressung im Mauerwerk ist hier das Mittel der Wahl, um die Bausubstanz dauerhaft zu sichern und abzudichten.
In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wie eine professionelle Rissverpressung abläuft, welche Materialien zum Einsatz kommen und warum das Thema „Rissverpressung selber machen“ oft teurer endet als ein Fachbesuch.
Was ist eine Rissverpressung?
Unter der Rissverpressung versteht man ein technisches Verfahren, bei dem flüssiges Füllmaterial (Harze oder Zementsuspensionen) unter hohem oder niedrigem Druck in Risse im Mauerwerk oder Beton injiziert wird.
Das Ziel ist zweifach:
- Kraftschlüssiges Verbinden: Die Rissflanken werden wieder fest miteinander verbunden, um die statische Belastbarkeit wiederherzustellen.
- Abdichten: Der Riss wird wasser- und luftdicht verschlossen, um Korrosion (z. B. am Bewehrungsstahl) und Feuchtigkeitsschäden zu verhindern.
Die Kosten einer Rissverpressung hängen stark von der Rissbreite, der Wanddicke und dem gewählten Material ab:
- Benötigte Arbeitszeit
- Hohlräume im Mauerwerk können den Harzverbrauch unvorhersehbar erhöhen → mehr Materialverbrauch
- Risse im Kellerfundament sind z.B. aufwendiger als Innenwände
Eine fachmännische Verpressung ist allerdings auf jeden Fall günstiger als ein späterer statischer Schaden oder ein nasser Keller durch falsche Eigenleistung.
Ursachenforschung: Wie entstehen Risse im Mauerwerk?
Natürliche Setzungserscheinungen des Baugrunds
Ein sehr häufiger Grund für Risse im Mauerwerk ist die sogenannte Setzung. Das Gebäude „setzt“ sich im Laufe der Zeit im Erdreich, bis ein stabiler Endzustand erreicht ist. Dieser Prozess tritt verstärkt bei Neubauten in den ersten Jahren auf, kann aber auch bei Bestandsimmobilien durch eine Änderung des Grundwasserspiegels oder Erdarbeiten auf Nachbargrundstücken ausgelöst werden. Wenn der Boden unter dem Fundament ungleichmäßig nachgibt, entstehen Spannungen im Mauerwerk, die sich schließlich in diagonalen oder vertikalen Setzrissen entladen.
Thermische Spannungen durch Witterungseinflüsse
Baustoffe sind ständig in Bewegung, auch wenn wir es mit bloßem Auge nicht wahrnehmen. Bei starker Sonneneinstrahlung dehnen sich Materialien wie Beton oder Ziegel aus, während sie sich bei Kälte wieder zusammenziehen. Wenn diese thermischen Spannungen nicht durch Dehnungsfugen aufgefangen werden können, übersteigt die Zugkraft die Festigkeit des Materials. Die Folge ist eine Rissbildung, die oft jahreszeitabhängig arbeitet und ohne eine elastische Rissverpressung immer wiederkommt.
Mechanische Laständerungen am Gebäude
Veränderungen in der Nutzung oder bauliche Erweiterungen können das statische Gleichgewicht eines Hauses massiv beeinflussen. Neue Dachaufbauten, der Ausbau eines Dachgeschosses oder sogar das Aufstellen extrem schwerer Maschinen und Tresore verändern den Druck, der auf die tragenden Wände und das Fundament wirkt. Diese punktuellen oder flächigen Laständerungen führen dazu, dass sich das Bauteil minimal verformt und an den schwächsten Stellen aufreißt.
Schrumpfen und Quellen bei Trocknungsprozessen
Besonders bei zementgebundenen Baustoffen wie Beton oder Estrich spielt die Feuchtigkeit eine zentrale Rolle. Während der Aushärtungsphase verliert das Material Wasser und zieht sich zusammen. Diesen Vorgang nennt man Schwinden. Erfolgt diese Trocknung zu schnell oder ungleichmäßig, entstehen feine Schwindrisse. Im Gegensatz dazu können kapillar aufsteigende Feuchtigkeit oder Wasserschäden zu einem Quellen der Baustoffe führen. Dieses ständige Wechselspiel aus Volumenänderungen belastet das Gefüge und macht eine fachgerechte Abdichtung unumgänglich.
Die Wahl des richtigen Materials
Je nach Art des Risses und dem Ziel der Sanierung kommen unterschiedliche Injektionsstoffe zum Einsatz.
Rissverpressung mit Epoxidharz (EP)
Die Rissverpressung mit Epoxidharz wird primär für den kraftschlüssigen Verschluss genutzt. Epoxidharz besitzt eine extrem hohe Haftzugfestigkeit.
Das kommt vor allem bei trockenen Rissen zum Einsatz, bei denen die Stabilität des Bauteils wiederhergestellt werden muss. Nach der Aushärtung ist die Verbindung oft stärker als das umliegende Material.
Rissverpressung mit Polyurethanharz (PUR)
Wenn Wasser im Spiel ist, schlägt die Stunde des Polyurethans. Sein EInsatzgebiet sind feuchte Risse oder drückendes Wasser (Kellerwände). PUR-Harze schäumen bei Kontakt mit Wasser auf und bilden eine elastische Abdichtung. Das ist ideal, wenn noch weitere leichte Bewegungen im Mauerwerk zu erwarten sind.
Schritt-für-Schritt: Der Ablauf einer professionellen Rissverpressung
Wie gehen unsere Experten bei der Bau-Beso GmbH vor? Der Prozess erfordert Präzision und das richtige Equipment.
Schritt 1: Rissvorbereitung und Reinigung
Der Riss wird zunächst begutachtet und von losen Teilen, Staub oder alten Anstrichen befreit. Nur eine saubere Flanke garantiert, dass das Harz später haftet.
Schritt 2: Setzen der Packer
Um das Material in die Tiefe zu bringen, werden sogenannte Injektionspacker installiert.
- Bohrpacker: Es werden Löcher schräg zum Rissverlauf gebohrt, in die die Packer festgeschraubt werden.
- Klebepacker: Bei dünnen Wänden oder wenn Bohren vermieden werden soll, werden die Packer direkt auf den Riss geklebt.
Schritt 3: Verdämmen des Risses
Damit das Harz nicht einfach vorne aus dem Riss herausläuft, wird die Oberfläche des Risses mit einer speziellen Spachtelmasse „verdämmt“ (versiegelt). Nur die Packeröffnungen bleiben frei.
Schritt 4: Die eigentliche Verpressung
Nun wird das Harz mit einer Hochdruck- oder Niederdruckpumpe injiziert. Wir arbeiten uns von unten nach oben vor. Sobald das Material am nächsten Packer austritt, ist dieser Bereich gefüllt.
Schritt 5: Nacharbeiten
Nach der Aushärtung werden die Packer entfernt, die Bohrlöcher verschlossen und die Verdämmung abgeschliffen. Die Wand ist nun bereit für den neuen Putz oder Anstrich.
Risse im Beton abdichten: Besonderheiten
Beim Abdichten von Rissen in Beton geht es oft um den Schutz der Stahlbewehrung. Wenn Sauerstoff und Feuchtigkeit durch Risse an den Stahl gelangen, beginnt dieser zu rosten. Der Rost dehnt sich aus und sprengt den Beton von innen auf.
Hier ist die Rissverpressung eine wichtige Maßnahme zur Betoninstandsetzung, um den Totalverlust eines Bauteils zu verhindern.
Kann man eine Rissverpressung selber machen?
Die Risiken bei der Rissverpressung, die mit Fachwissen und Erfahrung ausgeräumt werden können, stellen sich wie folgt dar:
Fehlende Druckkraft
Handelsübliche Kartuschenpressen bauen nicht genug Druck auf, um das Harz in haarfeine Risse oder tief in dickes Mauerwerk zu pressen. Das Ergebnis ist oft nur eine oberflächliche Verklebung, während der Riss im Inneren weiter „arbeitet“.
Falsche Materialwahl
Ohne eine professionelle Feuchtigkeitsmessung und Rissanalyse wird oft das falsche Harz gewählt. Epoxidharz auf nassen Flanken wird beispielsweise nicht halten.
Nicht-Beheben der eigentlichen Ursache
Ein Laie verschließt den Riss, ein Profi behebt die Ursache. Ohne statische Einschätzung riskieren Sie, dass der Riss Zentimeter daneben sofort neu entsteht.
Ihr Experte für Rissverpressung in Hannover: Die Bau-Beso GmbH
Risse im Mauerwerk sind kein Grund zur Panik, aber ein klarer Auftrag für Experten. Wir von der Bau-Beso GmbH verfügen über die nötige Erfahrung und das technische Gerät, um Ihre Immobilie dauerhaft zu sichern.
Wir analysieren den Schaden ganzheitlich, arbeiten mit modernster Technik und hinterlassen Ihre Baustelle fachgerecht saniert und sauber.
Haben Sie Risse in Ihrer Immobilie entdeckt? Warten Sie nicht, bis Feuchtigkeit eintritt oder die Statik leidet. Nehmen Sie eine professionelle Begutachtung durch unsere Experten in Anspruch.
